Mercedes-Benz

Accessoires von BeWooden.

5. November 2019.

Vom Hölzchen aufs Stöffchen.

Mann trägt wieder Fliege – und Frau auch. BeWooden beweist, dass solche Accessoires nicht aus Seide oder Edelmetall sein müssen. Das deutsch-tschechische Startup fertigt Fliegen und andere Mode-Gadgets aus Holzresten – natürliche Hingucker, die dem Trend zu Nachhaltigkeit und Slow Fashion entgegenkommen.

Am Anfang war die Fliege. Jene schmückende Schleife, die im 19. Jahrhundert Einzug in die europäische Gesellschaft hielt und zum ständigen Gast bei den Bällen der Upper Class wurde. Galt die Fliege früher als Ausweis des echten Gentleman, so war sie gegen Ende des 20. Jahrhunderts vom Aussterben bedroht. Doch seit etwa zehn Jahren erlebt der Querbinder im Zuge der Vintage-Welle ein Revival. Aber die Fliege hat sich weiterentwickelt. Das 2013 gestartete Modelabel BeWooden hat die Fliege aus Holz salonfähig gemacht und als Zeichen für Individualität und Non-Konformismus etabliert. „Wir wollen uns der schnelllebigen Mode entgegenstellen und die Freude an handgearbeiteten Accessoires wiederbeleben“, beschreibt Mitgründer Hendrik Roth die Mission von BeWooden.

Zurück zur Natur: Die Holzanstecker in Tierform gehören zu den beliebtesten Accessoires bei BeWooden.

Mode mit Ecken und Kanten.

Die Fliegen tragen so schöne Namen wie Choco, Lupus oder Little Stella. Sie sind federleicht, müssen nicht gebunden werden und sitzen immer perfekt. „Oft sind die Kunden überrascht, wie angenehm die Fliegen zu tragen sind, da man sich Holz doch als ziemlich hart und unbequem vorstellt“, erzählt Roth. Doch die Holzfliegen sind nicht nur was für echte Männer. Mit ausgefallenem Polka-Muster oder Schleife im floralen Design geben sich auch die Damen alles andere als zugeknöpft. Inzwischen ist das Produktportfolio beträchtlich gewachsen: Nach der Fliege folgten in den vergangenen Jahren Manschettenknöpfe, Armbänder, Broschen und weitere Accessoires bis hin zu Stiften, Notizbüchern und Laptop-Taschen fürs Büro.

Alle Produkte entstehen in individueller Handarbeit. Durch die Struktur des Holzes ist jedes Schmuckstück ein natürliches Unikat, nachhaltig produziert und zeitlos schön. „Das Material stammt überwiegend aus Resten der Möbelproduktion“, berichtet Roth. Dank eines Konfigurators können sich Kunden auf der Homepage eine Fliege ganz nach ihren Wünschen gestalten. Außerdem lassen sich die Accessoires mit einer persönlichen Gravur versehen – zum Beispiel mit den Initialen, einem besonderen Datum oder einer Widmung: das perfekte Geschenk für Individualisten. Gerne wird die Fliege aber auch zu Hochzeiten getragen. „Die meisten Kunden sind zwischen 25 und 35 Jahren. Unsere Hauptzielgruppe sind Frauen mit einem Faible für Details und der moderne Gentleman: individuell, stylisch, kreativ, mit einer hohen Wertschätzung für Qualität“, sagt Roth.

Organisch gewachsen.

Die Geschichte des deutsch-tschechischen Startups begann vor einigen Jahren in dem kleinen Dorf Chlebovice, nicht weit von Prag. In der Schreinerei, die er von seinen Eltern übernommen hatte, verwandelte einer der drei Gründer ansonsten unbrauchbare Holzreste aus der Möbelindustrie zu wunderschönen Mode-Accessoires. Bei einem Startup Summit in der Schweiz  lernten sie 2013 Roth kennen, damals Student an der Goethe Universität Frankfurt. „Ich wollte schon immer was Eigenes machen, aber mir fehlte die zündende Idee“, berichtet er. „Ich dachte damals: Accessoires aus Holz sind ein guter Start in die Selbstständigkeit. Aber ich hätte nie geglaubt, dass man davon leben kann.“

2014 eröffnete Roth den deutschen BeWooden-Onlineshop. Seitdem ging es stetig voran, Schritt für Schritt, aber schneller, als Roth es für möglich gehalten hätte. 2016 Präsentation bei der Fachmesse Tendence in Frankfurt und der Marktstart in Skandinavien, 2017 ein neues Logo und die erste Modenschau in Düsseldorf, 2018 ein neuer Auftritt in ausgesuchten deutschen Einzelhandelsgeschäften. Zwischendurch baute BeWooden die Produktion aus und konnte durch den Einstieg eines Investors auch sein Angebot stetig erweitern. Inzwischen umfasst das Portfolio mehr als 200 Produkte. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 25. Davon arbeiten drei in Bad Vilbel bei Frankfurt, der Rest in Tschechien, das für BeWooden nach wie vor den wichtigsten Markt neben Deutschland bildet.

Holzköpfe.

Im Team von BeWooden ist jeder ein Original. Was die Menschen um Mitgründer Henrik Roth (r.) vereint, ist die Leidenschaft für Holz und traditionelles Handwerk.

Der Stoff, aus dem die Wälder sind.

Faire und nachhaltige Produktionsbedingungen, der Wunsch, etwas zu bewegen, liegen Roth und seinen Mitgründern am Herzen wie die Liebe zum Handwerk. So legen sie Wert auf die faire Bezahlung ihrer Mitarbeiter. Gemeinsam mit der Initiative Plant-for-the-Planet pflanzt BeWooden dieses Jahr 500 Bäume. „Diese binden zusammen etwas über 6 Tonnen CO2. Das entspricht in etwa der Menge, die entsteht, wenn man rund 45 Wohnhäuser ein Jahr lang beleuchtet“, erklärt Roth. Das Leder, das BeWooden zum Beispiel für seine Geldbeutel nutzt, wird pflanzlich gegerbt. Nur einen Nachteil bringt der Erfolg mit sich. Inzwischen reichen die Holzreste lokaler Schreinereien nicht mehr aus, um der Nachfrage nachzukommen. „Aber das Holz, das wir dazu kaufen müssen, stammt von umweltfreundlichen Lieferanten“, betont Roth. „Für unsere Produkte muss kein Baum sterben.“

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Backstage bei BeWodden

Faire und nachhaltige Produktionsbedingungen, der Wunsch, etwas zu bewegen, liegen Roth und seinen Mitgründern am Herzen wie die Liebe zum Handwerk. So legen sie Wert auf die faire Bezahlung ihrer Mitarbeiter. Gemeinsam mit der Initiative Plant-for-the-Planet pflanzt BeWooden dieses Jahr 500 Bäume. „Diese binden zusammen etwas über 6 Tonnen CO2. Das entspricht in etwa der Menge, die entsteht, wenn man rund 45 Wohnhäuser ein Jahr lang beleuchtet“, erklärt Roth. Das Leder, das BeWooden zum Beispiel für seine Geldbeutel nutzt, wird pflanzlich gegerbt. Nur einen Nachteil bringt der Erfolg mit sich. Inzwischen reichen die Holzreste lokaler Schreinereien nicht mehr aus, um der Nachfrage nachzukommen. „Aber das Holz, das wir dazu kaufen müssen, stammt von umweltfreundlichen Lieferanten“, betont Roth. „Für unsere Produkte muss kein Baum sterben.“

BeWooden GmbH

Bergstr. 81
61118 Bad Vilbel
shop@bewooden.de

Fotos und Video: © BeWooden