Mercedes-Benz

HTP Motorsport.

5. November 2019

Die gelbe Mamba greift an.

HTP Motorsport gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Teams beim ADAC GT Masters. Nach einem verhaltenen Start und einem atemberaubenden Endspurt verpasste der Rennstall 2019 nur knapp den 2. Platz im Gesamtklassement. In der neuen Saison will das Team in seinem gelb-grünen Mercedes-AMG GT3 wieder angreifen.

Ende September am Sachsenring. Auf der traditionsreichen Rennstrecke im Osten von Deutschland stehen an diesem Wochenende die letzten beiden Rennen des ADAC GT Masters an, der „Liga der Supersportwagen“. Für HTP Motorsport ist es die letzte Chance, am Ende einer unglücklichen Saison doch noch auf dem Podium zu landen. 2018 hatte das Team aus Altendiez im Westerwald die Gesamtwertung der bedeutendsten deutschen Serie für Langstreckenrennen noch gewonnen. Doch die Saison 2019 verlief eher durchwachsen. Immer wieder warfen Ausfälle das Team in der Jagd nach Punkten zurück.

Im letzten Rennen auf das Treppchen.

Doch an diesem Samstag auf dem Sachsenring läuft alles wie geschmiert für HTP. Der Niederländer Indy Dontje, der am Morgen beim Qualifying die erste Pole-Position rausgefahren hat, übergibt das Steuer des leuchtend gelben Mercedes-AMG GT3 mit 5,8 Sekunden Vorsprung an seinen Teamkollegen und Ex-Champion Maximilian Götz. Der 33-jährige Profi – 2012 Sieger des ADAC GT Masters – spielt all seine Erfahrung aus und fährt mit 31,6 Sekunden Vorsprung einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. „Das Auto war heute unfassbar gut“, schwärmt Götz nach dem Sieg. Auch wenn HTP Motorsport den Vizemeistertitel mit einem 5. Platz am zweiten Renntag um zwei Punkte verpasst, gibt sich HTP-Teamchef Norbert Brückner am Ende der Saison versöhnlich: „Während der letzten drei Rennwochenenden haben wir bewiesen, dass wir in diesem superstarken Feld ganz vorne reinfahren können. Das ist uns leider in der ersten Saisonhälfte nicht konstant gelungen, daher können wir mit dem dritten Schlussrang in der Tabelle zufrieden sein.“

Zum Saisonabschluss des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring holten Maximilian Götz und Indy Dontje im ersten Rennen den ersten Saisonsieg für HTP Motorsport.

Ein würdiger Nachfolger für den SLS.

In der ersten Saison ging HTP mit dem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 an den Start und fuhr die Konkurrenz in Grund und Boden. „Der SLS war wie für den Nürburgring gemacht“, erzählt Brückner. Mit dem neuen GT3 hat Mercedes-AMG 2015 einen würdigen Nachfolger auf die Reifen gestellt, der 6,3-Liter-V8-Saugmotor wurde noch mal verbessert. Trotzdem gehören die Seriensiege aus SLS-Zeiten der Vergangenheit an. „Die Konkurrenz hat aufgeholt, auch technisch“, meint Brückner.

Perfekte Performance.

2019 startete HTP mit zwei Fahrzeugen beim ADAC GT Masters und darüber hinaus bei ausgewählten Rennen der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Die Wagen kaufen die Teams bei der Motorsportabteilung von AMG. Innerhalb des engen GT3-Reglements stimmen die HTP-Mechaniker die Fahrzeuge perfekt auf die Strecken ab: „Luftdruck, Stabilisator, Dämpfer, Federn – das sind die wichtigsten Stellschrauben, mit denen wir die Performance des Autos maximieren“, sagt Ingenieur Thomas Gleibs. 

Die Mechaniker reisen meistens donnerstags zu den Rennen an, um die Fahrzeuge für das Qualifying vorzubereiten. Zwischendurch nehmen sie immer wieder kleine Anpassungen vor, um das Letzte aus den Rennwagen herauszuholen. Mercedes-AMG ist bei allen Rennen vor Ort, um bei Bedarf die nötigen Ersatzteile zur Verfügung zu stellen. Am Ende müssen die Fahrer die Performance dann auf die Strecke bringen.

AMG GT3

Antrieb6,3-Liter-V8-Motor
Leistung404 kW/550 PS
Maximales Drehmomentca. 650 Nm bei 4.800 U/min
Leergewicht1.285 kg

Ein teures Vergnügen.

Mit Maximilian Götz hat HTP 2019 einen erfahrenen AMG Werksfahrer im Cockpit. Zu den weiteren Fahrern gehört auch Fabian Vettel, Bruder des Ex-Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel. Wer in der kommenden Saison am Steuer sitzt, das wird sich in den nächsten Wochen klären. „Jedes Team möchte Fahrer haben, die gut sind und am besten einen Sponsor mitbringen“, so Teamchef Brückner. Denn Motorsport ist ein teures Vergnügen. Alleine die Reifen, die das Team pro Jahr verschleißt, kosten gut und gerne so viel wie ein Premium-Sportwagen. Wie andere Teams finanziert sich HTP überwiegend über Sponsoren. Die Nachwuchsfahrer erhalten kein Gehalt, sondern müssen dafür zahlen, dass sie bei HTP Rennerfahrung sammeln dürfen. Daneben verdient sich der Rennstall ein Zubrot, indem er die Wagen von finanzkräftigen Hobby-Rennsportlern pflegt. Wie gut Auto und Fahrer in die neue Saison starten, wird sich im Januar zeigen. Dann startet das 24-Stunden-Rennen in Dubai, der Härtetest zum Auftakt der nächsten GT3-Saison.

Maximilian Götz stellt den Mercedes-AMG GT3 von HTP Motorsport im Detail vor.

ADAC GT Masters-Speedcheck.

Der Mercedes-AMG GT3.

HTP Motorsport
Bökelmannstraße 12
65624 Altendiez
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